Im Januar 2021 wurde ein neuer Entwurf der Corona-Arbeitsschutzverordnung veröffentlicht: Danach sollen Arbeitgeber verpflichtend die Möglichkeit zum Home-Office anbieten, wo immer es möglich ist. Oder die Mitarbeiter dazu anweisen.

Dadurch entstehen zunächst neue Kosten. Die auf unterschiedlichste Weise vom Arbeitgeber übernommen werden können. Zum Beispiel durch die Vermietung des Arbeitszimmers an der Arbeitgeber. Die technischen und ergonomischen Voraussetzungen zum Home-Office werden in der Regel direkt vom Arbeitgeber gestellt oder eingerichtet.

 

Home-Office steuerlich berücksichtigen

Findet eine Übernahme der Kosten durch den Arbeitgeber für das Arbeitszimmer nicht statt, können die Aufwendungen dafür vom Arbeitnehmer bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden. Zu den Aufwendungen eines Arbeitszimmers gehören – anteilig nach Fläche gerechnet – unter anderem Kalt-Mietkosten, Müllgebühren, Nebenkosten wie Heizung oder Strom und Grundsteuer. Allerdings gelten hier die gleichen Voraussetzungen wie bei einem Freiberufler oder Selbständigen.

Das heißt: Ein Angestellter kann die Aufwendungen für das Home-Office Arbeitszimmer im Rahmen der Werbungskosten nur dann geltend machen, wenn die selben Voraussetzungen wie beim Betriebsabzug eines Selbstständigen erfüllt werden.

 

Voraussetzung zur Geltendmachung

Grundvoraussetzung ist, dass es sich beim Home-Office Arbeitszimmer um einen eigenen Raum handelt, der nahezu nur beruflich (oder betrieblich, beim Selbstständigen) genutzt wird. Nämlich zu mindestens 90%. Nur dann, wenn das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bildet, ist ein unbegrenzter Abzug der Aufwendungen möglich. Bis zur Höhe von 1.250.- EUR.

 

Dennoch Home-Office steuerlich geltend machen

Doch im Jahressteuergesetz wurde beschlossen: Wenn Steuerpflichtige zu Hause im Home-Office arbeiten und nicht alle Voraussetzungen erfüllen, können sie die Aufwendungen teilweise geltend machen. Jeder Kalendertag, an dem sie von zu Hause aus arbeiten, kann mit 5.- EUR pauschal geltend gemacht werden.  Mit einer Höchstgrenze von 600.- EUR je Jahr.

Allerdings wird der Aufwand in die Werbungskostenpauschale mit eingerechnet. Daher kommt die Steuerminderung erst zum Tragen, wenn insgesamt mehr als 1.000.- EUR Werbungskosten als Angestellter nachgewiesen werden können.

Wichtig ist außerdem, die Arbeitstage im Home-Office zu dokumentieren und vom Arbeitgeber bestätigen zu lassen. Ansonsten besteht die Gefahr einer Nichtanerkennung seitens der Finanzverwaltung.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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