Corona Risikogebiet und Urlaub: Das Auswärtige Amt, das BMI und BMG veröffentlichen stets aktualisierte Ausweisungen von Corona Risikogebieten. Dabei wird von der Bundesregierung offiziell eine Einstufung vorgenommen.

Es ist also ratsam, vor Urlaubsantritt die aktuelle Einstufung des Urlaubsortes zu prüfen. Denn es kann zu kurzfristigen Änderungen kommen. Aber nicht nur aus gesundheitlichen Gründen.

 

Urlaub in Risikogebiet und Entgeltfortzahlung

Denn geht ein Arbeitnehmer in ein Corona Risikogebiet in den Urlaub und es hat zum Zeitpunkt des Reiseantritts eine offizielle Reisewarnung gegeben, hat der Arbeitnehmer wissentlich einen Aufenthalt in einem Risikogebiet in Kauf genommen.

Daher besteht für den Arbeitnehmer während der obligatorischen Quarantänezeit bei der Rückkehr nach Deutschland, kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Das heißt: Der Arbeitnehmer hat in diesem Fall die Verhinderung selbst verschuldet und somit keinen Anspruch auf fortgeführte Bezahlung seines Lohnes oder Gehalts in dieser Zeit.

Ausgenommen davon ist natürlich eine mögliche Tätigkeit im Home-Office während der Quarantänezeit. Denn dann wird eine Leistung vom Arbeitnehmer erbracht und es findet keine Entgeltfortzahlung sondern eine Entlohnung für die Tätigkeit statt.

 

Unwissentlicher Urlaub in Risikogebiet

Anders sieht es aus, wenn der Urlaubsort erst nach Reisebeginn eines Arbeitnehmers zum Risikogebiet erklärt wird. Denn hier trifft den Arbeitnehmer kein Verschulden, da zum Zeitpunkt des Reiseantritts keine Ausweisung als Risikogebiet vorlag.

In diesem Fall erhält der Arbeitnehmer während der Quarantänezeit eine volle Entgeltfortzahlung. Der Arbeitgeber wiederum muss sich die Aufwendungen von der Gesundheitsbehörde erstatten lassen, gemäß Infektionsschutzgestz § 56.

 

Risikogebiet und Urlaubsverbot

Grundsätzlich gibt es kein Verbot, in ein Risikogebiet zu reisen. Sofern das angestrebte Reiseziel, bzw. Land, eine Einreise erlaubt. Doch jeder, der dies bewusst tut, muss mit den Folgen einer Quarantäne und sich daraus möglicherweise ergebenden Konsequenzen oder einer Erkrankung bei der Rückkehr nach Deutschland rechnen.

Auch der Arbeitgeber hat kein Recht, Arbeitnehmern Reisen in eine Risikogebiet zu untersagen. Doch kann der Arbeitgeber nach Rückkehr des Arbeitnehmers auf einen Corona-Test bestehen.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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