Nachdem die bisherige Form der Beantragung der Überbrückungshilfen vieler Orts kritisiert wurde, hat sich die Bundesregierung 2021 auf eine Vereinfachung der Überbrückungshilfe III einigen können. Hier gibt es wesentliche Änderungen gegenüber der Überbrückungshilfe vom Sommer 2020.

 

Wichtigste Änderungen Corona Überbrückungshilfe

Alle Unternehmen, die eine Umsatzrückgang von mehr als 30% haben, können die Fixkostenerstattung beantragen. Dabei spielt es jetzt keine Rolle mehr, ob das Unternehmen von Schließungen betroffen war.

Die Förderung setzt sich grundlegend wie folgt zusammen:

Umsatzrückgang Überbrückungshilfe III
Ab 30 % und unter 50 % 40 % der Fixkosten
Ab 50 % bis 70 % 60 % der Fixkosten
Mehr als 70 % 90 % der Fixkosten

 

Der Förderzeitraum ist vorerst bis zum Juni 2021 befristet. Weiterhin gilt als Bezugspunkt für den Umsatzeinbruch der gleiche Monat im Vorjahr.

Die Förderhöhe wird auf maximal 1,5 Mio. EUR pro Monat gedeckelt. Antragsberechtigt sind Unternehmen in Deutschland mit einem Jahresumsatz bis zu 750 Mio. EUR.

Als Fixkosten angesetzt werden können z.B. Mietkosten, KFZ-Fixkosten wie Steuern oder Versicherungen, 50% der Abschreibungen und die gesamten Zinsaufwendungen. Die Personalkosten werden mit einem pauschalen Satz von 20% der Fixkosten berücksichtigt. Allerdings nicht, wenn alle Personalkosten bereits beim Kurzarbeitergeld berücksichtigt wurden.

Zusätzlich gibt es besondere Berücksichtigungen von Saisonware, Kosten für Auszubildende und Werbekosten. Die Branchen in den Bereichen Veranstaltungen, Kultur, Reisebüro und Pyrotechnik haben ebenfalls weitere gesonderte Regelungen, für zusätzliche Kosten, die ansetzbar sind.

Beantragt wird, sofern noch keine Ist-Zahlen vorhanden sind, mit Schätz- oder Planzahlen bis zum Monat Juni 2021. Auf Basis dieser Zahlen erhalten die Unternehmen Abschlagszahlungen. Abschlagszahlungen werden bis 100.000.- EUR für einen Monat einheitlich gewährt.

Wie genau nach Abschluss der Zuschuss-Frist der Ablauf zur Ermittlung der tatsächlichen Ist-Kosten und Ist-Umsätze seitens der Zuschussgeber des Zeitraums bis Juni erfolgt, ist noch völlig unklar. Sicher ist natürlich, dass es eine Schlussabrechnung geben wird und zu viel erhaltene Summen im Zuge der Abschlagszahlungen von den Unternehmen zurückgeführt werden.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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