Grundsätzlich können Arbeitnehmer bei Ihrer Steuererklärung Werbungskosten geltend machen. Unter anderem gilt hier für die Abzugsfähigkeit der Kosten für die Unterkunft – wenn doppelte Haushaltsführung – gemäß EStG §9, Absatz 1, Satz 3, Nr. 5 ein Höchstbetrag von 1.000.- EUR je Monat.

Auf dieser Basis hat die Finanzverwaltung auch Einrichtungsgegenstände und Hausrat im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung nur bis zu 1.000.- EUR je Monat anerkannt. Dem widersprach nun der Bundesfinanzhof (Urteil vom 04.04.2019, VI R 18/17).

 

Einrichtungsgegenstände voll abziehbar

Laut BFH fallen Einrichtungsgegenstände und Hausrat nicht unter den Höchstbetrag und sind daher in vollem Umfang als Werbungskosten abziehbar. Der Kläger hatte im vorliegenden Streitfall alle Aufwendungen für die Miete (mit Nebenkosten) sowie die Anschaffungskosten für die Einrichtung geltend gemacht. Aufgrund von beruflich veranlasster “doppelte Haushaltsführung”.

Das zuständige Finanzamt deckelte die Abzugsfähigkeit jedoch auf die besagten 1.000.- EUR je Monat. Mit Verweis auf EStG §9.

In nächster Instanz widersprach das zuständige Finanzgericht (FG): Die Kosten für die Anschaffung der Einrichtung seine keine Kosten für den Unterhalt der Wohnung – und daher nicht mit dem Höchstbetrag abgegolten. Es gäbe also Abschreibungen (AfA) und Aufwendungen für geringfügige Wirtschaftsgüter GWG, die geltend gemacht werden könnten.

 

BFH bestätigt FG

Der Bundesfinanzhof bestätigte nun die Entscheidung des Finanzgerichts. Es handele sich ausschließlich um Kosten für die Unterkunft, bei der der Höchstbetrag gemäß EStG § 9, Absatz 1, Satz 3, Nr.5 über 1.000.- EUR je Monat greife. Aufwendungen für Haushaltsartikel und Einrichtungsgegenstände betreffe dies nicht, da diese nicht für die Nutzung der Unterkunft sondern für deren eigene Nutzung angeschafft werden.

Also sind derartige Anschaffungen – sofern sie notwendig sind – nicht gedeckelt und somit ohne Begrenzung abzugsfähig.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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