Die Bundesregierung hat mit dem “Zweiten Gesetz zur steuerlichen Entlastung von Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen” nach den ersten Änderungen im Steuerjahr 2019 nun erneut eine Erhöhung des Kindergeldes, des Kinderfreibtrages sowie die Verschiebung des Grundfreibetrages beschlossen.

 

Erhöhung Kindergeld sowie -freibeträge

Ab 1. Januar 2021 steigt das Kindergeld um 15.- EUR jeden Monat auf 219.- EUR von derzeit 204.- EUR. Für das erste und zweite Kind. Für das dritte Kind erhöht sich das Kindergeld auf 225.- EUR (von bisher 210.- EUR), für das vierte und jedes weitere Kind findet eine Erhöhung des Kindergeldes von 235.- EUR auf 250.- EUR statt.

Auch die Kinderfreibeträge werden erhöht: Je Elternteil von bisher 2.490.- EUR auf 2.730.- EUR.

Ob Kindergeld oder der Kinderfreibetrag günstiger ist – das hängt von mehreren Faktoren ab: der Höhe des Einkommens und, bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, der Steuerklasse, bei anderen Einkunftsarten, bei denen keine Steuerklassen genutzt werden, ob eine gemeinsame Veranlagung (für verheiratete Paare) oder Einzelveranlagung erfolgt.

Es kann nur entweder Kindergeld oder Kinderfreibetrag in Anspruch genommen werden. Entweder wird das Kindergeld ausbezahlt oder der Kinderfreibetrag wird genutzt, um die eigene Einkommensteuerlast zu senken. Dazu sollte im Einzelfall eine Günstigerprüfung vorgenommen werden.

 

Grundfreibetrag und Freibetrag für Ausbildung, Erziehung und Betreuung

Zusätzlich erhöht sich ab 1.1.2021 der Freibetrag für Aufwendungen für Erziehungs-, Betreuungs- oder Ausbildungsbedarf eines Kindes. Er steigt je Elternteil auf 1.464.- EUR je Jahr.

Daneben wir der Grundfreibetrag erhöht. Das heißt, die Grenze, ab wann bei jährlichen Einkünften eine Versteuerung der Einkünfte beginnt. Aufgrund des progressiven Steuersystems in Deutschland wird also erst der auf den Grundfreibetrag folgende Euro – und alle weiteren folgenden Euro im Kalenderjahr – versteuert.

Die Grundfreibetrag ab dem Veranlagungszeitraum 2021 liegt bei 9.696.- EUR. 2020 liegt er bei 9.408.- EUR. Ab 2022 soll er auf 9.984.- ERU erneut erhöht werden.

 

Verschiebung der Steuerhöhe

Neben der Verschiebung und damit Erhöhung des Grundfreibetrags werden auch die anderen Progressionsstufen verschoben. Das bedeutet: Bei gleichbleibendem Einkommen sinkt die Einkommensteuerlast.

Der Spitzensteuersatz wird ab 2021 erst ab einem Einkommen von 57.919.- EUR (2020 noch 57.052.- EUR) greifen. Die Reichensteuer beginnt ab 2021 bei 274.613.- EUR und liegt 2020 noch bei 270.501.- EUR Einkünfte je Jahr.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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