Die Mehrwertsteuer wird von (den meisten) Unternehmen beim Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen an den Käufer verrechnet. Und muss dann vom Unternehmen an den Staat abgeführt werden.

In Europa gelten unterschiedliche Mehrwertsteuersätze. In Deutschland liegt die MwSt. der allermeisten Produkte bei 19% (die Ausnahme von 7% gilt beispielsweise für Lebensmittel oder Bücher).

Innerhalb der EU gibt es ein vereinfachtes Verfahren für grenzüberschreitende Transaktionen mit Mehrwertsteuer. Es wird allgemein als das “Reverse-Charge-Verfahren” bezeichnet und kann von Unternehmen angewendet werden, die selbst Umsatzsteuer abführen.

 

Mehrwertsteuerbetrug in der EU

Den Mitgliedstaaten in der EU entgehen jedes Jahr rund 50 Milliarden EUR an Steuereinnahmen durch Mehrwertsteuerbetrug. Um Betrugsfälle zukünftig schneller aufdecken zu können, ist seit dem 15.05.2019 ein neues, grenzüberschreitendes Tool im Einsatz: Transaction-Network-Analysis-Tool. Kurz TNA.

Dieses bietet den Steuerbehörden einen schnellen und einfachen Zugang zu Information über grenzüberschreitende Umsätze. Das Tool ermöglicht ein schnelles Agieren und erlaubt den Mitgliedsstaaten sich schnell auszutauschen, die Daten gemeinsam zu verarbeiten und so verdächtige Netzwerke früher aufzudecken.

Außerdem kann mit dem neuen Tool – laut EU-Komission – Karussellbetrug europaweit eingedämmt werden. Und es wird die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen nationalen Steuerbehörden intensivieren und fördern.

Die Erofisc (EU-Expertennetzwerk für Betrugsbekämpfung) kann nun Strafregister, Datenbanken, Europol- und OLAF-Informationen abgleichen und grenzüberschreitend Ermittlungen koordinieren.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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