Mit dem Fahrrad zur Arbeit – das heißt nicht mehr im Stau stehen oder einen Parkplatz suchen müssen, dabei etwas für die eigene Gesundheit und den Klimaschutz tun. Immer mehr Unternehmen bieten Ihren Mitarbeitern inzwischen als Alternative zu einer Gehaltserhöhung oder einem auch privat nutzbaren KFZ die Überlassung eines Dienstfahrrads mit Fahrradleasing an.

Denn bei vielen Menschen hat sich das Bewusstsein in Bezug auf die Umwelt und den Stellenwert von Besitz in den letzten Jahren stark verändert. Der Wunsch, das eigene Leben nachhaltig nach eigenen Wertvorstellungen zu gestalten, ist inzwischen für viele Menschen wichtiger als herkömmliche Statussymbole.

Steuervorteil Fahrrad

Die Finanzminister der Länder haben 2012 diesen Bedarf erkannt und mit einem Erlass Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes in steuerlicher Hinsicht einem Dienstwagen gleichgestellt. Seither können auch Nutzer eines Dienstfahrrads in den Genuss einer Steuerersparnis kommen.

Jeder Arbeitnehmer kann die sogenannte Entfernungspauschale in seiner Steuererklärung ansetzen. Die Entfernungspauschale bezieht sich auf den Weg zwischen Wohnort und erster Tätigkeitsstätte. Sie kann je Arbeitstag einmal steuermindernd geltend gemacht werden, und zwar je 30 Cent pro Kilometer für Hin- und Rückfahrt.

Wird ein Fahrrad vom Arbeitgeber auch zur privaten Nutzung überlassen entsteht ein geldwerter Vorteil für den Mitarbeiter. Dieser geldwerte Vorteil wird, sofern kein Fahrtenbuch geführt wird, analog zum KFZ mit der 1%-Regel bewertet. Das bedeutet, der Vorteil wird mit 1 % des Brutto-Neupreises gewertet. Wobei als Neupreis die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers herangezogen wird, abgerundet auf volle 100 Euro.

Ein Fahrrad mit z.B. einem Listenpreis von 3.999.- EUR inkl. Umsatzsteuer wird also mit 39.- Euro bewertet. Dieser Wert muss dann monatlich vom Empfänger des geldwerten Vorteils zusätzlich zu dem Gehalt versteuert werden.

Bei S-Pedecles oder E-Bikes mit einer Geschwindigkeit von mehr als 25 km/h wird zusätzlich ein geldwerter Vorteil von 0,03% des Listenpreises für die einfache Fahrt zum Unternehmen versteuert. Bei obigem Beispiel wären das 1,17 Euro zusätzlich zu versteuerndes Einkommen.

In den allermeisten Fällen ist der Steuervorteil der Entfernungspauschale größer als die zusätzlich anfallende Steuer des geldwerten Vorteils. Außerdem fallen für den Arbeitnehmer die Anschaffungskosten für das Fahrrad weg.

Fahrradleasing durch Gehaltsumwandlung

Außerdem kann beim Fahrradleasing, für das sich ein Mitarbeiter anstelle einer normalen Gehaltserhöhung entscheidet, die monatliche Leasingrate durch Gehaltsumwandlung einkommensteuermindernd abgerechnet werden. Sie wird einfach direkt vom Bruttolohn abgezogen – und senkt so das zu versteuernde Einkommen.

Aber nicht nur das zu versteuernde Einkommen das Arbeitnehmers wird gesenkt, und somit seine Steuerlast, sondern auch der Arbeitgeber spart. Er zahlt für eine Gehaltserhöhung in Form einer Leasingrate keine Arbeitgebernebenkosten.

Umweltfreundlich und nachhaltig

Mit dem Fahrrad anstelle eines Autos unterwegs zu sein trägt nachhaltig und direkt zum Klimaschutz bei. Täglich oder mehrmals wöchentlich damit zur Arbeit zu fahren fördert die eigene Gesundheit und führt zu einer positiven Grundstimmung. Mit der Überlassung eines Dienstfahrrads werden – fast immer – Steuern und Arbeitgeberbeiträge gespart.

Umweltfreundlich sein, sich den Wunsch vom Traumfahrrad erfüllen und dabei die eigenen Überzeugungen verwirklichen kann sich also sogar finanziell auszahlen!

 

ACHTUNG! UPDATE: Für Fahrräder, die ab dem 01.01.2019 und bis zum 01.01.2022 an Arbeitnehmer überlassen werden, gelten andere Berechnungsgrundlagen zur Ermittlung des geldwerten Vorteils.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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