Die Finanzämter reagieren auf zinslose Darlehen immer häufiger mit fiktiven Zinsen, die dann als Basis für eine Schenkungssteuer genutzt werden. Denn immer öfter werden auch sehr hohe Beträge als zinsloses Darlehen an Familienangehörige, enge Bekannte oder auch Geschäftspartner vergeben.

 

Fiktive Zinsen

In einem nicht zur Revision zugelassen Urteil des Finanzgerichtes Köln wurde dazu entschieden. Der Darlehensgeber gab ein zinsloses und unbesichertes Darlehen in Höhe von 300.000.- EUR an einen mit ihm nichtverwandten Darlehensnehmer.

Das zuständige Finanzamt legte darauf hin fiktive Zinsen in Höhe von 5,5% je Jahr fest. Daraus ergab sich ein Zinsvorteil von 57.900.- EUR. Auf diese Summe wurde nach Abzug des Freibetrages von 20.000.- EUR (bei der Schenkungssteuer) eine Schenkungssteuer auf die verblieben 37.000.- EUR (als steuerpflichtiger Erwerb) mit 11.370.- EUR festgesetzt.

 

Vermögensmehrung durch Darlehen

Der Darlehensnehmer wehrte sich gegen den Steuerbescheid. Mit dem Argument eines zu hohen Zinssatzes aufgrund der aktuellen Zinslage.

Doch das Finanzgericht sah das anders. In der Gewährung eines zinslosen Darlehens oder eine Darlehens, das zu niedrig verzinst wird sowie durch die Einräumung eines Fehlens einer sonstigen Gegenleistung liegt laut dem FG Köln eine freigebige Zuwendung vor. Durch die Gewährung der unentgeltlichen Nutzung des Darlehens erfährt der Darlehensnehmer eine Mehrung seines Vermögens. Und eine Vermögensmehrung unterliegt der Schenkungssteuer.

 

Autor: Stefanie Schilling, Steuerberaterin

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