Ein Arbeitgeber bezahlt einem Arbeitnehmer für seine Tätigkeit ein monatliches Gehalt. Bekommt der Arbeitnehmer darüber hinaus noch eine andere Vergütung als sein Gehalt, wie beispielsweise ein KFZ, dass er auch privat nutzen kann, dann spricht man von einem geldwerten Vorteil.

Denn der Arbeitnehmer erhält eine Vergütung, die nicht in Form von Geld ausgezahlt wird, sondern in Form einer Dienst- oder Sachleistung. Diese Dienst- oder Sachleistung führt dazu, dass der Arbeitnehmer privat einen Vorteil hat, der sich finanziell (in Geld) bemessen lässt: Geldwerter Vorteil.

Der Arbeitgeber übernimmt somit die Kosten für z.B. einen Tankgutschein oder das KFZ, der Arbeitnehmer erhält eine zusätzliche Leistung, mit der er an anderer Stelle Geld einspart.

Gesetzliche Grundlagen für den geldwerten Vorteil finden sich im Einkommensteuergesetz EStG § 3 und § 40.

 

Versteuerung des geldwerten Vorteils

Doch eben dieser geldwerte Vorteil muss versteuert werden – sofern eine vorhandene Freigrenze überschritten wird. Wobei die Freigrenzen oder Freibeträge von Fall zu Fall unterschiedlich sind und von vielen Faktoren abhängen.

Bei einem KFZ als Dienstwagen wiederum gibt es überhaupt keine Freigrenze, wenn das KFZ auch privat genutzt wird. Hier greift entweder die 1%-Regel oder es muss ein Fahrtenbuch zur Bemessung des privaten geldwerten Vorteils geführt werden.

 

Geldwerter Vorteil anstelle einer Gehaltserhöhung

Für den Arbeitnehmer ist ein geldwerter Vorteil einerseits auch immer ein Zeichen der Wertschätzung seiner Arbeit und fördert so andererseits auch die Motivation und Verbundenheit zum Unternehmen. Und ist damit auch immer für den Arbeitgeber ein Mittel der Mitarbeiterbindung.

Außerdem fallen für geldwerte Vorteile oft keine oder weniger Arbeitgebernebenkosten an Sozialversicherungsbeiträgen oder Abgaben an. Dies wiegt also alleine rein kostentechnisch den leicht höheren Verwaltungsaufwand auf. Und schafft den erwähnten Bindungseffekt des Mitarbeiters an das Unternehmen.

 

Beispiele für Freigrenzen

Bei Sachleistungen wie dem häufig genutzten Tank- oder Warengutschein liegt die Freigrenze bei 44.- EUR brutto im Monat. Eine Überschreitung der Freigrenze würde zur Steuerpflicht führen – für den gesamten Betrag, nicht nur für die Differenz.

Eine andere Freigrenze gilt für Geschenke. Diese sind steuerlich gesehen Aufmerksamkeiten. Für diese Aufmerksamkeiten muss ein besonderer Anlass vorliegen. Etwa ein Dienstjubiläum. Hier gilt die Grenze von 60.- EUR.

Bei Mitarbeiterrabatten auf im Unternehmen hergestellte oder angebotene Produkte oder Dienstleistungen gilt eine Freigrenze von 1.080.- EUR pro Jahr. Es handelt sich dabei um den sogenannten Rabattfreibetrag.

Zur Gesundheitsförderung können Arbeitgeber jährlich einen Zuschuss zu Behandlungen geben, etwa gegen Rückenschmerzen oder des immer weiter verbreiteten „Mausarms“. Allerdings gelten hier besondere Voraussetzungen. Fitnessstudios beispielsweise müssen eine Krankenkassenzulassung haben. Der Freibetrag liegt bei 500.- EUR im Jahr.

 

Autor: Stefanie Schilling, Steuerberaterin

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