Ein Elektrofahrrad kann von Arbeitgebern an Mitarbeiter zur Nutzung überlassen werden. Dabei entsteht ein geldwerter Vorteil für den Arbeitnehmer. Geldwerte Vorteile werden steuerlich unterschiedlich gehandhabt. Teils gibt es Freigrenzen, teils unterschiedliche Berechnungsmethoden, mit denen der geldwerte Vorteil ermittelt und dann in der Einkommensteuer des Mitarbeiters versteuert werden muss.

Bei Elektrofahrrädern galt bisher die sogenannte 1%-Regel – wie bei einer Überlassung eines KFZ. Doch das BFH hat nun die Bemessungsgrundlage bei Elektrofahrrädern präzisiert. Und dabei ebenso Klarheit geschaffen in Hinblick auf zeitliche Abgrenzung von Anschaffung und Überlassung.

 

Berechnungsgrundlage

Bei KFZ ist bei der Überlassung an Mitarbeiter bei der 1%-Regel der allgemeine Bruttolistenpreis maßgeblich für die Ermittlung. Von dem Bruttolistenpreis muss monatlich 1% vom Nutznießer versteuert werden.

Bei Elektrofahrrädern wurde nun klargestellt: Für die private Nutzung muss der Mitarbeiter 1% der auf volle 100.- EUR abgerundeten halbierten UVP des Herstellers (inkl. Umsatzsteuer, sprich “brutto”) versteuern. Es gilt die Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs oder Großhändlers zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme.

 

Überlassungsdatum entscheidend

Allerdings gilt der halbierte Wert nur für Fahrräder, die an den Arbeitnehmer erstmals nach dem 31.12.2018 und vor dem 01.01.2022 überlassen werden.

Daher gilt auch: Das Überlassungsdatum ist entscheidend, nicht das Datum der Anschaffung. Und das heißt auch: Alle Fahrräder, die vor dem 01.01.2019 an Arbeitnehmer überlassen wurden, müssen noch auf Basis der alten Berechnungsgrundlage versteuert werden. Also nicht mit dem halbierten, sondern vollen UVP (abgerundet auf volle 100.- EUR).

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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