Hat die GmbH einen Überschuss, also einen Gewinn erzielt, kommt die Frage auf, wieviel davon an die Gesellschafter ausbezahlt, sprich ausgeschüttet werden kann. Und welche Möglichkeiten der GmbH Ausschüttung es unter steuerlichem Gesichtspunkt gibt.

Grundlegend ist die Summe aus Jahresüberschuss und Gewinnvortrag ausschüttbar. Also der Gewinn aus dem letzten, abgeschlossenen Jahr und die aus den vorherigen Jahren nicht ausgeschütteten Gewinne, die vorgetragen wurden.

 

Kürzung der Ausschüttung bei Darlehn

Das GmbH-Gesetz schränkt die Ausschüttung unter bestimmten Bedingungen ein. Wenn nämlich Geschäftsführer oder andere Führungskräfte – sprich gesetzliche Vertreter – wie Prokuristen oder Handlungsbevollmächtigte ein Darlehn von der GmbH erhalten haben, das noch nicht getilgt ist.

Denn laut GmbHG § 43a darf ein Kredit “nicht aus dem zur Erhaltung des Stammkapitals erforderlichen Vermögen der Gesellschaft gewährt werden.” Das bedeutet beispielsweise: Schuldet ein Geschäftsführer der GmbH noch 30.000.- EUR von einem an ihn ausbezahlten Darlehn und hat die GmbH eine Summe aus Gewinnvortrag und Jahresüberschuss von 80.000.- EUR, dürfen nur 50.000.- EUR ausgeschüttet werden.

 

Liquidität bei GmbH Ausschüttung

Ein zweite wichtige Voraussetzung ist, dass die Ausschüttungssumme als freie Liquidität vorhanden ist. Gemäß o.g. Beispiel müssten also 50.000.- EUR freie liquide Mittel zur Verfügung stehen, ansonsten darf keine Ausschüttung dieser Summe erfolgen.

 

Wahlmöglichkeit der Besteuerung

Normalerweise wird eine Ausschüttung mit der Abgeltungssteuer versteuert. Da es sich gemäß der verschiedenen Einkunftsarten um Einkünfte aus Kapitalvermögen handelt. Es greift der Steuersatz von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag. Die GmbH führt die Steuer ab. Und damit ist der Fall erledigt.

Allerdings gibt es die Möglichkeit sich für das Teileinkünfteverfahren zu entscheiden. Hier werden nur 60% der Ausschüttung besteuert. Aber über den persönlichen Einkommensteuersatz. Dabei können – im Gegensatz zu der Abgeltungssteuer, bei der keine Werbekosten geltend gemacht werden – steuermindernde Beträge zu 60% angerechnet werden. Sofern sie in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen. Wie z.B. Darlehnzinsen für die GmbH-Beteiligung.

Als Voraussetzung für die Wahlmöglichkeit muss eine Beteiligung an der GmbH von mindestens 25% vorliegen. Oder von mindestens 1%, wenn der Gesellschafter maßgeblichen Einfluss auf die GmbH hat.

Unter bestimmten Bedingungen ist es also lohnenswert, zu prüfen, welches Besteuerungsverfahren die bessere Alternative ist.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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