Bewegliche Gegenstände, die als Inventar beim Kauf einer Immobilie mit erworben werden, unterliegen nicht der Grunderwerbsteuer. Dies gilt, wenn kein Anhaltspunkt für unrealistische Kaufpreise besteht. So hat das Finanzgericht Köln rechtskräftig entschieden (Urteil vom 08.11.2017, 5 K 2938/16).

 

Markise und Einbauküche: keine Grunderwerbsteuer

Das Finanzamt erhob Grunderwerbsteuer gegen den Kläger auf die volle Kaufsumme für ein Einfamilienhaus über 392.500.- EUR. Obwohl der Kläger im notariellen Kaufvertrag vereinbart hatte, dass von der vollen Summe 9.250.- EUR Kaufpreis auf die mitverkaufte Küche und Markise entfielen.

Das Finanzamt argumentierte, dem Kläger sei es nur darum gegangen, die Grunderwerbsteuer zu sparen – und hätte deswegen einen zu hohen Kaufpreis für die Küche und Markise angesetzt.

Das FG Köln entschied zugunsten des Klägers: Die in einem Kaufvertrag gesondert vereinbarten Kaufpreise sind grundsätzlich der Besteuerung zugrunde zu legen. Solange kein Zweifel an der Angemessenheit der Preise bestehe. Die Nachweispflicht für unangemessene – nicht realistische – Preise liege aber beim Finanzamt.

 

Amtliche Abschreibungstabelle kein Maßstab

Also liegt die Feststellungslast der steuerbegründenden Umstände beim Finanzamt. Wobei weder amtliche AfA-Tabellen noch gängige Verkaufsplattformen für gebrauchte und ausgebaute Gegenstände dabei zur Ermittlung des Wertes geeignet seien, so das Finanzgericht Köln.

 

 

Autor: Steffen Schönrock, staatl. geprüfter Betriebswirt

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Wertermittlung bewegliche Gegenstände bei Kauf einer Immobilie und darin eingebauter Gegenstände, Einbezug in Grunderwerbsteuer