Arbeitgeber können Mitarbeitern sogenannte Sachbezüge zukommen lassen. Oftmals wird als Sachleistung ein Tank-, Tabak- oder sonstiger Warengutschein genutzt, der nicht lohnsteuerpflichtig ist. Bei diesem geldwerten Vorteil liegt die Freigrenze bei 44.- EUR im Monat (inkl. Umsatzsteuer). Eine Überschreitung der Freigrenze würde zur Steuerpflicht führen – für den gesamten Betrag, nicht nur für die Differenz.

Zur Gesundheitsförderung können Arbeitgeber außerdem jährlich einen Zuschuss zu Behandlungen geben, etwa gegen Rückenschmerzen oder des immer weiter verbreiteten „Mausarms“. Allerdings gelten hier besondere Voraussetzungen. Fitnessstudios beispielsweise müssen eine Krankenkassenzulassung haben. Beim Zuschuss zur Gesundheitsförderung liegt der Freibetrag bei 500.- EUR im Jahr. Hier handelt es sich nicht um einen monatlichen Sachbezug mit der o.g. Freigrenze.

 

Zuschuss Gesundheitsförderung vs. Gutschein Fitnessstudio

Bezüglich der Sachbezüge ist, wie erwähnt, Voraussetzung die für Steuerfreiheit die Grenze von 44.- EUR brutto im Monat. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei der Zeitpunkt des Zuflusses.

Das Finanzgericht Niedersachsen hat in einem Streitfall über die lohnsteuerliche Behandlung entschieden. Im vorliegenden Fall kam ein Sachbezug als vergünstigte Nutzung eines Fitnessstudios als geldwerter Vorteil den Mitarbeitern steuerfrei zugute. Es erfolge also kein Zuschuss zu Behandlungen zur Gesundheitsförderung.

Vergünstigte Nutzung abhängig von Zuflusszeitpunkt

Das Finanzamt argumentierte: Den Angestellten fließe der geldwerte Vorteil bei Einräumung einer verbilligten Nutzung sofort für ein Jahr zu.

Dagegen entschied das FG Niedersachsen: Der Nutzungsvorteil kann den Mitarbeitern monatlich zufließen – sofern der Arbeitnehmer kein über die Dauer von einem Monat hinausgehendes, unentziehbares Recht auf vergünstigte Nutzung hat (Urteil vom 13.3.18, 14 K 204/16). Auch die Vertragsgestaltung und Dauer des Vertrages zwischen dem Arbeitgeber und dem Anbieter (in dem Fall das Fitnessstudio) spielen hinsichtlich der lohnsteuerlichen Behandlung – also hier bezüglich des Zuflusszeitpunktes und des monatlichen Nutzungsrechtes – keine Rolle.

 

Gutschein Fitnessstudio: verbilligte Nutzung lohnsteuerfrei

Konkret erhielt ein Arbeitnehmer im Streitfall nach Abzugs des Eigenanteils für die Nutzung im ersten Jahr einen berechneten geldwerten Vorteil von 43.- EUR/Monat. Im zweiten Jahr sogar nur 37,50 EUR/Monat. Somit wurde die verbilligte Nutzung als lohnsteuerfrei eingestuft.

Allerdings wurde gegen dieses Urteil eine Revision zugelassen.

 

Autor: Stefanie Schilling, Steuerberaterin

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