Investitionsabzugsbetrag: Unternehmer können gemäß EStG § 7 für zukünftige Anschaffungen (oder auch die Herstellung) von abnutzbaren und beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens 40% der voraussichtlichen Kosten geltend machen. Es handelt sich also um eine Vorwegnahme der Abschreibungen. Um die Investitionskraft des Unternehmens zu stärken.

Da der Investionsabzugsbetrag im Jahr der Geltendmachung zu einer Steuerminderung führt – und die Steuerminderung wiederum zu einer höheren Liquidität und damit zu einer Erleichterung der folgenden Investition.

 

Bedingungen für Investitionsabzugsbetrag

Grundlegende Bedingungen für die Anerkennung des Investitionsabzugsbetrages ist zuvorderst wie erwähnt, dass es sich um ein bewegliches und abnutzbares Wirtschaftsgut handelt. Damit sind also unbewegliche Wirtschaftsgüter wie Immobilien oder Einbauten in Grundstücke ausgeschlossen.

Zweite Bedingungen ist die Nutzung spätestens im Folgejahr der Anschaffung oder Herstellung. Das heißt: Spätestens im dritten Wirtschaftsjahr nach dem Jahr der Geltendmachung muss das Wirtschaftsgut genutzt werden und angeschafft sein. Und das ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich.

Findet keine Nutzung oder Anschaffung statt, muss die Steuerminderung rückwirkend an die Finanzverwaltung erstattet, sprich, der Investitionsabzugsbetrag aufgelöst werden. Die Verbindlichkeiten an das Finanzamt werden dann mit Zinsen fällig, da die Steuerschuld zu dem Wirtschaftsjahr der Geltendmachung zählt – und damit überfällig wird.

 

Investitionsabzugsbetrag bei einem PKW

Bei der Anschaffung eines PKW muss bei der Geltendmachung des Abzuges einiges Bedacht werden. Es handelt sich zwar fraglos um ein bewegliches und abnutzbares Wirtschaftsgut. Doch oftmals werden Firmenfahrzeuge auch privat genutzt. Als Geldwerter Vorteil. Daher können sich durch die Bedingung der ausschließlichen oder fast ausschließlichen betrieblichen Nutzung Konflikte ergeben, wenn das angeschaffte Fahrzeug auch privat von einem Mitarbeiter oder der Geschäftsführung genutzt wird.

 

Was bedeutet “ausschließliche oder fast ausschließliche Nutzung”?

100% betriebliche Nutzung ist ausschließliche Nutzung. In diesem Fall wird kein Mitarbeiter oder Geschäftsführer das Fahrzeug auch privat versteuern. Weder mit Fahrtenbuch noch mit der 1%-Regel. Die “fast ausschließliche Nutzung” wird in der Praxis noch bis zu 90% betrieblicher Nutzung anerkannt.

Im Fall einer Prüfung durch die Verwaltung muss also nachgewiesen werden können, dass, auch bei einer zusätzlichen Privatnutzung, das Fahrzeug mindestens 90% betrieblich genutzt wird. Im Fall der Nutzung der 1%-Regel scheint das von vornherein fragwürdig.

Da so auf den ersten Augenschein hin und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine unverhältnismäßige und unnötige Mehrzahlung an das Finanzamt stattfindet. Was im Normalfall ein Unternehmer zu vermeiden sucht.

 

Nachweis der Nutzung durch Fahrtenbuch

Neben der 1%-Regel besteht bei der Nutzung eines Firmenwagens die Möglichkeit der Besteuerung anhand eine Fahrtenbuches. In fast allen Fällen ist dies rechnerisch für die Besteuerung des Nutzers des geldwerten Vorteils besser. Unabhängig davon wird es eher selten genutzt.

Im Fall der Anschaffung eines PKWs mit Geltendmachung des Investitionsabzugsbetrages ist dies jedoch zwingend geboten. Da anhand den Aufzeichnungen in einem Fahrtenbuch eine lückenlose Darlegung der Nutzung des Pkws – inkl. der Gesamtlaufleistungen, betrieblichen und privaten Fahrten – in einem Wirtschaftsjahr, gegeben ist. Im Gegenteil zu der 1%-Regel, bei der im Normalfall eben keine Aufzeichnungen stattfinden.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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