Das Landesarbeitsgericht hat in einen konkreten Fall zum Thema Kündigung wegen sexueller Belästigung eine klare Entscheidung gefällt (Urteil 4 Sa 644/19, 16.06.2020)

Ein Mitarbeiter hatte einer Kollegin in den Schritt gefasst, dann sich selbst in den Schritt gefasst und mit den Worten, dass sich da etwas tue, auf die Kollegin eingeredet.

 

Sexuelle Belästigung rechtfertigt Kündigung

In Folge dessen wandte sich die Kollegin drei Monate später an die interne Personalabteilung und stellte zusätzlich Strafanzeige. Das Unternehmen befragte daraufhin den Mitarbeiter zu dem Vorfall und kündigte ihm darauf folgend fristlos.

Auch in Folge der Strafanzeige erging gegen den Mitarbeiter ein rechtskräftiger Strafbefehl wegen sexueller Belästigung mit einer Verurteilung zu einer Geldstrafe.

Der Mitarbeiter klagte gegen die fristlose Kündigung. In erster Instanz wies das Arbeitsgericht Siegburg die Klage ab. Im folgenden Berufungsverfahren bestätigte das LAG Köln die Entscheidung des Arbeitsgerichtes Siegburg. Es spiele keine Rolle, dass der Mitarbeiter bereits 16 Jahre beanstandungsfrei bei dem Unternehmen beschäftigt gewesen wäre. Ebenfalls sei es kein widersprüchliches Verhalten, sich erst 3 Monate nach dem Vorfall an den Arbeitgeber zu wenden.

 

Fristlose Kündigung rechtes

Ebenfalls stelle das LAG Köln klar, das aufgrund der Schwere der Pflichtverletzung eine vorherige Abmahnung nich erforderlich sei. Denn sexuelle Belästigung könne nicht ernsthaft vom Beklagten (Arbeitgeber) toleriert werden. Es sei darüber hinaus dem Arbeitgeber nicht zuzumuten, mit einer sechsmonatigen Kündigungsfrist zu kündigen, da seine Pflicht, die eigenen Arbeitnehmer gemäß AGG § 12, 3 zu schützen, Vorrang hat.

 

Autor: Stefanie Schilling, Steuerberaterin

Kündigung Sexuelle Belästigung

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