Mitarbeiter können von ihrem Arbeitgeber einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt bekommen, den sie dann auch privat nutzen können. Dabei entsteht für den Mitarbeiter ein Geldwerter Vorteil.

Diesen Geldwerten Vorteil muss der Arbeitnehmer versteuern. Meist wird dabei die 1%-Regel genutzt. Das heißt, der Mitarbeiter muss 1% des Bruttolistenpreises versteuern.

Doch was gilt als Bemessungsgrundlage für die 1%, die versteuert werden müssen? Welche Rolle spielen Preisnachlässe bei der Anschaffung?

 

Kaufpreis vs. Listenpreis

Der Bundesfinanzhof hat jüngst in einem Fall zu der Frage entschieden (Urteil vom 8.11.2018, III R 13/16). Denn Preisnachlässe sind bei einem Neukauf üblich. Es gibt sogar besondere Preislisten für Großabnehmer. Wie z.B. Taxiunternehmen.

In verhandeltem Fall hatte ein Taxiunternehmer als Bemessungsgrundlage für die 1%-Methode den Bruttolistenpreis aus der vom Hersteller herausgegebenen Preisliste für “Taxen und Mietwagen” angegeben. Dieser Kaufpreis war niedriger als der “gewöhnliche” Bruttolistenpreis in der “allgemeinen” Preisliste.

 

Privatnutzung Firmenfahrzeug

Der BFH urteilte: Für die 1%-Regelung ist der Listenpreis für Privatkunden maßgeblich. Denn der Listenpreis (zzgl. der erworbenen Sonderausstattung) ist eine generalisierende Bemessungsgrundlage für die Privatnutzung des Firmenwagens. Also sind die tatsächlichen Anschaffungskosten ohne Belang. Es gilt ausschließlich der bei der Anschaffung gültige Listenpreis für Privatkunden.

Das Urteil ist für alle Berufsgruppen oder Unternehmen, für die Autohersteller besondere Sonderpreislisten führen, von Bedeutung. Denn diese Sonderpreislisten oder Sonderrabatte können nicht als Bemessungsgrundlage für die 1%-Regelung bei einem Firmenfahrzeug genutzt werden.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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