Wer ein Home-Office nutzt, kann dies an den Arbeitgeber vermieten. Da es sich beim Büro um eine gewerbliche Vermietung handelt, wird bei den Mieteinnahmen eine Umsatzsteuer angesetzt und abgeführt. Das hat zur Folge, dass Aufwendungen für das Mietobjekt Büro in Bezug zu den Vermietungsumsätzen zum Vorsteuerabzug berechtigt sind.

Somit besteht also ein Zusammenhang zwischen den Aufwendungen für eine Renovierung und den Mieteinnahmen. Dieser muss jedoch direkt und unmittelbar sein, damit die Aufwendungen anerkannt werden können. Sowohl bei der Einkommensteuer als auch bei der Umsatzsteuer.

Der BFH hat entschieden: Auch beispielsweise Sanitärräume sind bei beruflicher Nutzung eines Home-Office im Zusammenhang mit der Vermietung zu sehen, weil sie im Rahmen der beruflichen Tätigkeit genutzt werden – und können damit im Falle einer Renovierung bei der Vorsteuer geltend gemacht werden.

 

BFH Urteil zu Home-Office und Vorsteuer

Was jedoch laut Urteil des Bundesfinanzhofes BFH (07.05.2020, V R 1/18) bei Vermietung eines Home-Office nicht bei der Vorsteuer geltend gemacht werden kann, ist ein voll ausgestattetes Badezimmer mit Dusche und Badewanne.

Die Kläger sind im Eigentum eines Hauses, das aus zwei Wohnungen besteht. Die eine Wohnung wird selbst genutzt, die zweite an den Arbeitgeber umsatzsteuerpflichtig vermietet. Der Kläger arbeitet von dieser Wohnung aus. Die Kläger renovierten die als Home-Office vermietete Wohnung und bezogen dafür Leistungen im Wert von knapp 32.000.- EUR. Davon entfielen fast 26.000.- EUR auf die Renovierung des Badezimmers.

Bei der Umsatzsteuererklärung der Kläger wurden knapp 3.000.- EUR von diesen Aufwendungen als Vorsteuer geltend gemacht. Wobei der Großteil davon auf den Erhaltungsaufwand für das Badezimmer entfiel.

Das zuständige Finanzamt entschied nach einer Ortsbesichtigung entgegen den Klägern und ordnete das Badezimmer dem privaten Bereich zu. Womit keine Anerkennung der Geltendmachung der Vorsteuer für den Aufwand erfolgte.

 

Berufliche und private Nutzung

Die Kläger zogen vor das Finanzgericht. Diese erkannte jedoch nur den Teil der Vorsteuer an, der einkommensteuerrechtlich zu den Werbungskosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung zuzuordnen ist. Daher sei, so das FG, nur der Aufwand der Sanitäreinrichtung in Form von Toilette und Waschbecken zu berücksichtigen.

Auch die weitere Klage vor dem BFH änderte für die Kläger nichts: Das BFH bestätigte das Urteil des FG. Da kein Zusammenhang zwischen den Aufwendungen für ein komplettes Badezimmer und der Vermietung eines Home-Office an den Arbeitgeber besteht. Ein Zusammenhang kann lediglich zwischen Home-Office und Erhaltungsaufwand für Toilette mit Waschbecken (Sanitärraum) hergestellt werden.

 

Autor: Stefanie Schilling, Steuerberaterin

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