Wer den Schritt in die Selbständigkeit wagt muss sich auch immer entscheiden, welche Form der Selbstständigkeit er wählt. Von dieser Wahl hängt es ab, welcher Einkunftsart er vom Finanzamt zugeordnet wird. Und damit auch, welche Steuern er bezahlen muss. Als Freiberufler zahlt man andere Steuern als ein Gewerbetreibender.

Das Einkommenssteuerrecht kennt sieben verschiedene Einkunftsarten. Allerdings kann man im alltagssprachlichen Sinne „selbständig sein“, hat aber deswegen noch lange nicht im einkommenssteuerrechtlichen Sinne Einkünfte aus selbständiger Arbeit.

 

Geschäftsführer und Eigentümer einer GmbH

Ein Geschäftsführer einer GmbH beispielsweise, dem auch die GmbH gehört und der damit ja eigentlich selbständig ist, hat im Sinne der Finanzverwaltung mit seiner Tätigkeit als Geschäftsführer Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit – wie jeder andere Angestellte auch. Denn die GmbH bezahlt an ihn ein Gehalt.

Zusätzlich muss eine GmbH und damit der Eigentümer, der in dem Fall auch der Geschäftsführer ist, den Gewinn der GmbH versteuern. Hier fällt die Körperschaftssteuer an. Die Körperschaftssteuer ist eine Steuer, die nur bei Kapitalgesellschaften greift.

Denn eine Kapitalgesellschaft ist in rechtlicher Hinsicht eine eigene Person. Eine juristische Person. Daher wird vom Gesetzgeber argumentiert, dass unter diesem Gesichtspunkt auch die GmbH ein Einkommen hat und deswegen – wie bei der Einkommensteuer einer natürlichen Person – dafür auch eine Steuer abführen muss.

Das bedeutet aber: Es wird sowohl das Einkommen in der Rolle des Geschäftsführers als auch der Gewinn in der Rolle des Eigentümers versteuert.

 

Der Gewerbebetrieb

Wer ein Gewerbebetrieb leitet und Eigentümer ist und keine Kapitalgesellschaft gründet, also keine GmbH oder AG, der hat steuerlich gesehen Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb. Hier erfolgt die Besteuerung des Einkommens auf Grund des Gewinns des Betriebes und nicht wie bei der GmbH auf Basis des bezahlten Gehalts.

Somit hat jemand, der Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt auch keine Steuerklasse wie ein Angestellter oder Lohnempfänger. Die monatliche oder quartalsmäßige Einkommenssteuervorauszahlung erfolgt auf der Grundlage des Einkommens vom Vorjahr.

Doch wie die GmbH muss auch der Gewerbebetrieb Steuern auf den Gewinn entrichten. Allerdings nur die Gewerbesteuer, da die verschiedenen Rechtsformen des Gewerbebetriebs keine juristischen Personen sind.

 

Einkünfte aus selbständiger Arbeit: Freiberufler

Bei den tatsächlich auch von der Finanzverwaltung so bezeichneten Einkünften aus selbständiger Arbeit, die oftmals auch als freiberufliche Tätigkeit bezeichnet werden, ist der Gewinn die Grundlage für das zu versteuernde Einkommen. Wie bei Einkünften aus einem Gewerbebetrieb.

Der große Unterschied zu den beiden anderen Einkunftsarten liegt darin, dass jemand, der Einkünfte aus selbständiger Arbeit erzielt, weder eine Gewerbe- noch eine Körperschaftsteuer abführen muss. Er bezahlt lediglich seine persönliche Einkommensteuer.

 

Die Katalogberufe

Was tatsächlich Einkünfte aus selbständiger Arbeit sind, ist streng geregelt. Die Anforderungen hängen unter anderem mit der fachlichen Qualifikation und der Art der freiberuflichen Tätigkeit zusammen. Diese sogenannten Katalogberufe oder freien Berufe sind in § 18 des Einkommenssteuergesetztes und im Partnerschaftsgesellschaftsgesetz benannt. Zahlreiche Urteile des Bundesfinanzhofes stellen immer wieder fest, welche Berufe unter welchen Bedingungen den Einkünften aus selbständiger Arbeit zuzuordnen sind.

Allerdings können auch Freiberufler, die nicht in den gelisteten Katalogberufen aufgeführt werden, vom Finanzamt als „echte“ Freiberufler eingestuft und damit den Einkünften aus selbständiger Arbeit zugeordnet werden. Doch das hängt entscheidend von den Argumenten ab, mit der eine Zuordnung begründet wird.

Dazu muss deutlich gemacht werden, dass die Rahmenbedingungen für die eigene Tätigkeit denen der gelisteten Katalogberufe oder katalogähnlicher Berufe entsprechen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Eigenverantwortlichkeit bei der Tätigkeit, die auf den schon genannten Fachkenntnissen beruht. Daher auch die Bezeichnung Freiberufler.

 

Autor: Steffen Schönrock, staatl. geprüfter Betriebswirt

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