Jedem Kapitalanleger steht seit 2009 ein Sparer-Pauschbetrag von 801.- EUR zu. Eingetragene Lebenspartner bzw. gemeinsam veranlagte Eheleute verfügen demzufolge über einen Gesamtbetrag von 1.602.- EUR. Bei dauerhaft getrennt lebenden Ehegatten, die nicht gemeinsam veranlagt werden, gilt die Regelung, dass jeder von Ihnen über einen Freibetrag von 801.- EUR verfügt.

 

Regelung des gemeinsamen Freistellungsauftrages

Aus §20 Abs. 9 Einkommensteuergesetz (EStG) geht hervor, dass ein nicht ausgeschöpfter Pauschbetrag eines Ehe- bzw. Lebenspartners aufgrund fehlender oder keiner Einnahmen den Pauschbetrag des anderen Partners um den nicht ausgeschöpften Betrag erhöht.

Das zuständige Bankinstitut übernimmt die Aufteilung, sofern dem depotführenden Kreditinstitut ein gemeinsamer Freistellungsauftrag der Ehegatten bzw. Lebenspartner vorliegt. Hier besteht die Möglichkeit für die Ehegatten, entweder einen gemeinsamen oder jeder individuell einen Freistellungsantrag zu stellen. Ganz nach Bedarf.

Sowohl auf Gemeinschaftskonten als auch auf Einzelkonten oder Depots, die auf den Namen nur eines Lebenspartners laufen, kann ein gemeinsamer Freistellungauftrag erteilt werden (vergleiche hierzu Textziffer 5, Verfügung der OFD Frankfurt/Main vom 8.10.2013, S 2400 A – 33 – St54).

 

Sparer-Pauschbetrag ehegattenübergreifend

Der große Vorteil des gemeinsamen Freistellungauftrages besteht darin, dass unter Umständen eine Steuerveranlagung der gemeinsamen Kapitalerträge ausbleiben kann. Voraussetzung hierfür ist, dass von beiden Ehe- bzw. Lebenspartnern nur inländische Kapitaleinkünfte erwirtschaftet werden.

Bei Erteilung eines gemeinsamen Freistellungsauftrages ist dieser auch als Antrag für eine ehegattenübergreifende Verlustrechnung gültig.

 

Autor: Stefanie Schilling, Steuerberaterin

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Sparer-Pauschbetrag bei Ehegatten und gemeinsamer Veranlagung.