Arbeitgeber können Arbeitnehmern verschiedene geldwerte Vorteile zukommen lassen, die – je nach Obergrenze und Fall – steuerfrei sein können. Unter Sachbezug fällt hierbei beispielsweise ein Tankgutschein oder ein Frühstück.

Doch gilt ein unbelegtes Brötchen und ein Kaffee als steuerbares Frühstück? Der BFH hat dazu entschieden (Urteil vom 3.7.19, Az. VI 36/17).

 

Brötchen und Heißgetränk sind kein Sachbezug

Im verhandelten Fall hatte ein Betriebsprüfer eines Finanzamtes die kostenlose Zurverfügungstellung von unbelegten Brötchen und Heißgetränken für Mitarbeiter als steuerpflichtigen Sachbezug eingestuft. Da es sich um ein vollwertiges Frühstück handle.

Doch der Bundesfinanzhof sah dies nicht so. Arbeitslohn liege laut BFH zwar dann vor, wenn der Arbeitgeber den Mitarbeitern unentgeltlich oder verbilligt Mahlzeiten wie ein Frühstück, Mittagessen oder Abendessen zur Verfügung stelle. Doch dazu gehörten keine Aufmerksamkeiten, die der Schaffung günstiger betrieblicher Arbeitsbedingungen dienen.

 

Nicht steuerbare Aufmerksamkeit

Im verhandelten Fall handele es sich nicht um Arbeitslohn in Form kostenloser Mahlzeiten, sondern um nicht steuerbare Aufmerksamkeiten. Unbelegte Brötchen seien – auch in Verbindung mit einem Heißgetränk wie Kaffee – kein Frühstück gemäß der Sozialversicherungsentgeltverordnung § 2, Abs. 1, Satz 2.

Denn selbst für ein einfachstes Frühstück müsse ein Aufstrich oder Belag hinzukommen. Die Überlassung von Backwaren und Heißgetränken dienten lediglich der Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und der Schaffung günstiger betrieblicher Arbeitsbedingungen.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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