Beabsichtigt ein Vermieter über die angestrebte Dauer der Vermietung einen Überschuss zu erzielen, ist der Verlust aus Vermietung steuerlich anzuerkennen. Sollte die Vermietung auf einen längeren Zeitraum ausgelegt sein, wird bei einer Wohnungsvermietung hiervon standardmäßig ausgegangen.

Überschusserzielungsabsicht

Von dieser Annahme ist jedoch bei Gewerbeimmobilien nicht grundsätzlich auszugehen, weshalb hier die Überschusserzielungsabsicht stets von Fall zu Fall, sprich individuell, bemessen werden muss. Von einem Zeitraum von 30 Jahren wird dabei als Obergrenze ausgegangen.

BFH Urteil

Aus einem 1993 erworbenen Hotel-Gasthof erzielte eine GbR Einkünfte aus dessen Verpachtung. Nach Kündigung des Pachtvertrages und anschließenden zahlreichen Umbau- und Erweiterungsarbeiten durch die GbR wurde der neue Hotel- und Gaststättenkomplex erneut an eine Betriebs-GmbH verpachtet. Von Seiten des Finanzamtes wurde seit Anschaffung des Objekts für die angenommenen 30 Jahre ein Totalverlust ermittelt.

Anschließend geltend gemachte Werbungskostenüberschüsse für die Vorjahre wurden nicht mehr anerkannt. Das Urteil des Bundesfinanzhofes hingegen fiel differenzierter aus. Dieser argumentierte, dass durch Umbau und Erweiterung ein neues Objekt entstanden sei. Somit muss ein neuer Prognosezeitraum angenommen und die Überschusserzielungsabsicht neu beurteilt werden.

 

Autor: Stefanie Schilling, Steuerberaterin

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