Die Vorsteuer kann von umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen bei Bezug von Dienstleistungen, Waren oder sonstigen Leistungen geltend gemacht werden. Sofern die Lieferanten selbst umsatzsteuerpflichtig sind.

Doch damit der Leistungsempfänger zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, müssen bestimmte formale Voraussetzungen auf den Rechnungen erfüllt werden.

 

Vorsteuer – Pflichtangaben auf Rechnungen

Gemäß §§ 14, 15 des Umsatzsteuergesetzes UStG gibt es Pflichtangaben auf den ausgestellten Rechnungen. Dazu gehören z.B. Name und Anschrift des Leistungsempfängers und des Leistungserbringers sowie die Menge und Bezeichnung der gelieferten Ware oder Art und Umfang der Leistung. Ebenso ist der Liefer- oder Leistungszeitpunkt oder Zeitraum zu benennen.

Zwingend ist auch die Angabe des Entgeltes und der erhobene Umsatzsteuersatz. Ohne eine dieser Angaben hat der Leistungsempfänger keine Berechtigung auf Vorsteuerabzug.

 

Neue Urteile

Der Bundesfinanzhof hat mit zwei Urteilen vom 21.06.2018 (V R 28/16 und V R 25/15) eine Änderung in der Rechtsprechung herbeigeführt. Bei der Angabe der Anschrift des leistenden Unternehmens wurden entgegen der bisherigen Rechtsprechung geurteilt: Es besteht die Berechtigung des Vorsteuerabzuges auch dann, wenn der Lieferant auf seiner Rechnung nur eine postalische Adresse und nicht die Adresse angibt, an der seine Tätigkeit ausgeführt wurde.

Im einen Fall bezog ein Autohändler Fahrzeuge von einem Onlinehändler, der kein Autohaus betreibt. Im anderen Fall wurde von einem Leistungsempfänger Stahlschrott von einer GmbH bezogen, die als Geschäftsadresse Räumlichkeiten in einer Anwaltskanzlei angab – und damit keine Adresse angeben konnte, an der ihre “Tätigkeit” stattfand.

Das BFH hat nun mit dem Urteil entschieden, dass hier trotzdem ein Abzug der Vorsteuer zulässig ist.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

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