Jeder Angestellte kann in seiner jährlichen Steuererklärung Ausgaben geltend machen, wie jeder Selbständige auch. Einzige Voraussetzung hierfür ist, dass die Kosten der Sicherung und Erhaltung der Einnahmen dienen. Diese Ausgaben werden nach § 9 EStG als Werbungskosten bezeichnet.

Gemäß den sieben Einkunftsarten in der Einkommensteuer können Werbungskosten bei Einkünften aus Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung, bei sonstigen Einkünften oder Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit entstehen. Ein Angestellter kann also bestimmte Werbungskosten steuermindernd heranziehen.

Werbungskostenpauschale

Unabhängig von der Höhe seiner Werbungskosten kann jeder Angestellte in seiner Steuererklärung die Werbungskostenpauschale, den sogenannten Pauschbetrag für Arbeitnehmer, steuermindernd ansetzen. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegt bei 1.000.- EUR pro Jahr.

Das bedeutet für Sie: Auch wenn Sie weniger als 1.000.- EUR Werbungskosten im Jahr haben, können Sie die 1.000.- EUR trotzdem beim Finanzamt als steuermindernde Ausgaben angeben.

Eine genaue Auflistung der Ausgaben lohnt sich also nur, wenn Ihre Ausgaben über dem Pauschbetrag liegen.

Welche Ausgaben sind Werbungskosten?

Typische Werbungskosten für Angestellte sind beispielsweise Gewerkschaftsbeiträge, Fortbildungskosten, Arbeitskleidung oder -mittel. Zu Arbeitsmitteln zählen auch Aktenschränke oder Ordner, zu Arbeitskleidung kann auch ein Anzug zählen, sofern er überwiegend beruflich genutzt wird. Wie bei allen Aufwendungen im Steuerrecht muss die Ausgabe plausibel und glaubhaft sein – dann erkennt sie das Finanzamt an.

Fahrtkosten zur Arbeitsstätte können mit einer Entfernungspauschale bis zu einer Obergrenze von 4.500.- EUR geltend gemacht werden (bei KFZ-Nutzung). Die Entfernungspauschale entspricht dem einfachen Weg.

Fahrtkosten bei einer Dienstreise können mit voller Wegstrecke und unbegrenzt geltend gemacht werden. Sofern der Arbeitnehmer die Kosten dafür getragen hat. Beide Arten der Fahrtkosten werden je km mit 30 Cent angerechnet.

Berechnung der Werbungskosten

Nicht alle Werbungskosten können in voller Höhe geltend gemacht werden. Wie schon bei den Fahrkosten erwähnt, gibt der Gesetzgeber bestimmte Vorgaben zur Berechnung des Betrages der Ausgaben, der steuermindernd angesetzt werden kann.

Bei einer Anschaffung von Wirtschaftsgütern, die einen Nutzungszeitraum von mehr als einem Jahr haben und die netto mehr als 150.- EUR kosten, müssen Angestellte die Güter genauso über einen längeren Zeitraum abschreiben wie Selbständige. Ausgenommen sind Geringwertige Wirtschaftsgüter, die im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben werden. Ansonsten gilt als Referenz für die Abschreibungsdauer die Tabelle der Absetzung für Abnutzung AfA.

Werbungskosten von A-Z

  • Arbeitskleidung
  • Arbeitsmittel
  • Arbeitszimmer
  • Bewerbungskosten
  • Bewirtungskosten
  • Computer
  • Doppelte Haushaltsführung
  • Fachbücher und -zeitschriften
  • Fahrtkosten
  • Fortbildungen
  • Gewerkschaftsbeiträge
  • Kontoführungsgebühr (pauschal 16 EUR)
  • Reisekostenfür Dienstreisen
  • Telefonkosten
  • Umzugskosten

Autor: Steffen Schönrock, staatl. geprüfter Betriebswirt

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