Altersvorsorge ist ein zunehmend wichtiges Thema. Durch den demografischen Wandel und einem immer größer werdenden Anteil älterer Menschen wird die gesetzliche Rente knapper. Neben Lebensversicherungen gibt es immer mehr Beispiele der privaten Altersvorsorge – so auch Wohn-Riester.

Der Staat unterstützt den Sparer dabei durch Zulagen und Steuervorteile beim Bauen, Kaufen oder barrierefreiem Modernisieren der eigenen vier Wände. Dennoch steckt viel Bürokratie hinter diesem komplexen Vorgang.

 

Wer kann riestern?

Förderberechtigt sind alle Pflichtmitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung unabhängig von den Einkommensgrenzen.

Dazu gehören beispielsweise:

– Arbeitnehmer

– Beamte, Angestellte im öffentlichen Dienst, Richter, Berufs- und Zeitsoldaten

– geringfügig Beschäftigte

– Bezieher von Arbeitslosengeld

– Eltern in der Erziehungszeit

– Landwirte

– Arbeitnehmerähnliche Selbstständige (z.B. Handwerker, Künstler, Journalisten)

– Bezieher einer Rente wegen Erwerbsunfähigkeit, wegen voller Erwerbsminderung oder Dienstunfähigkeit

– Pensionäre und Frührentner

– Helfer im Bundes- und Jugendfreiwilligendienst

Dennoch empfiehlt sich eine Beratung, um zu prüfen, ob die Berechtigung für die Riester-Förderung tatsächlich gegeben ist. Denn viele zusätzliche Faktoren spielen eine Rolle.

Sogar grundsätzlich nicht förderberechtigte Personen wie Selbstständige, Freiberufler oder Ehepartner ohne berufliche Tätigkeit können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls die Riester-Förderung bekommen.

 

Wohn-Riester Förderung

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte Form der Altersvorsorge. Eine besondere Variante ist der Wohn-Riester. Dieser kann bereits vor Renteneintritt in eine Finanzierung der eigenen Immobilie eingebunden werden.

Jährlich mögliche Zulagen der Wohn-Riester durch staatliche Förderung:

– pro förderberechtigte Person: 154 EUR

– einmalige Erhöhung Grundzulage (für Berufseinsteiger unter 25 Jahren): 200 EUR

– pro Kind (geboren vor 2008): 185 EUR

– pro Kind (geboren nach 2008): 300 EUR

 

Steuervorteil

Neben der Förderung entstehen bei Wohn-Riester auch steuerliche Vorteile. Denn eigene Spar- und Tilgungsleistungen können bis zu 2.100 EUR als Sonderausgaben von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Die Zulagen werden in dem Fall nicht miteinbezogen, da sie keine eigene Leistung sind, sondern schon vom Staat erbrachte Geldvorteile.

Zusätzlich greift die sogenannte Günstigerregelung. Das heißt, der Steuervorteil und die Riester-Zulage werden miteinander verrechnet. Ist der Steuervorteil größer als die Riester-Zulage, wird die Differenz in der Einkommenssteuererklärung berücksichtigt.

 

Wofür kann Wohn-Riester eingesetzt werden?

Der Gesetzgeber hat die Verwendungsmöglichkeiten neben der klassischen Verrentung dank des Altersvorsorgeverbesserungsgesetzes deutlich verbessert. So kann Wohn-Riester unterschiedlich genutzt werden.

Unter anderem für den Kauf oder Bau von selbstgenutztem Wohneigentum, für Um- oder Entschuldung des selbstgenutzten Eigenheimes, unabhängig vom Herstellungs- oder Kaufdatum und für alters- und barrierefreien Umbau des selbstgenutzten Wohneigentums.

Außerdem kann bei der Versteuerung des Wohnförderkontos, welches als Besteuerungsgrundlage dient, zwischen der einmaligen Besteuerung und der jährlichen Verteilung der Steuerschuld gewählt werden. Wird einen Immobilie, die mit Riester-Förderung finanziert wurde, wieder verkauft, kann innerhalb 5 Jahren reinvestieren werden.

 

Fazit

Wohn-Riester hat also viele Seiten. Er kann in die eigenen vier Wände als Altersvorsorge eingebunden werden. Er ist eine Altersvorsorge, die bereits vor Renteneintritt in Anspruch genommen werden kann – und er bietet Zulagen und Steuervorteile unabhängig von Einkommensgrößen.

 

Autor: Steffen Schönrock, staatl. geprüfter Betriebswirt

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