Wird eine Lebensversicherung dazu benutzt, ein Darlehen abzusichern und werden die Zinsen daraus als Werbungskosten oder Betriebsausgaben angeführt, so unterliegen diese aus alten, eigentlich steuerfreien Lebens- und Rentenversicherungen der Einkommenssteuer.

So sollte ursprünglich von Seiten des Gesetzgebers verhindert werden, dass durch die Aufnahme eines Darlehens und dessen späterer Tilgung aus einer Lebensversicherung hohe steuerwirksame Zinsen erwirtschaftet werden – und somit über die Steuerersparnis ein Anlageertrag entsteht.

Alte Lebensversicherungen bleiben aber steuerfrei, wenn sie entweder nicht zur Absicherung eines Darlehens benutzt werden oder das Darlehen einem persönlichen Grund dient. Und damit steuerlich irrelevant bleibt.

 

Zinsen Lebensversicherung

Der Bundesfinanzhof hatte erneut über einen solchen Fall zu entscheiden (Urteil vom 25.9.2018, Az. VIII R 3/15). Eine im Jahr 1987 abgeschlossene Rentenversicherung wurde von einem Steuerpflichtigen beliehen. Die Darlehenssumme stellte der Mann seiner Frau unentgeltlich zur Verfügung.

Das zuständige Finanzamt erteilte wegen dem Einsatz der Versicherung als Sicherheit einen Feststellungsbescheid und teilte dem Mann mit, dass die Erträge der Versicherung zukünftig besteuert werden sollten.

 

Nicht zu versteuern

Der Versicherungsnehmer ging gegen den Bescheid mit einem Einspruch und anschließend mit einer Klage vor dem Finanzgericht vor. Bekam allerdings erst vor dem Bundesfinanzhof Recht.

Die Begründung der obersten Instanz wies darauf hin, dass eine Steuerverkettung von Renten- und Lebensversicherungen nur dann eintritt, wenn das so abgesicherte Darlehen zu Werbungskosten oder Betriebsausgaben führt.

Da die zinslose Weitergabe des Darlehensbetrages an die Ehefrau eine rein private Verwendung sei, ist die Versteuerung der Erträge der Versicherung von der Einkommenssteuer auszuklammern. Denn es entsteht kein steuerlicher Vorteil an anderer Stelle.

 

Autor: Ralf Eisenmenger, Dipl.-Betriebswirt (FH), Steuerberater

Alle unsere Artikel sind jeweils auf dem aktuellen Rechtsstand bei Veröffentlichung. Im Nachhinein eintretende gesetzliche Änderungen können bei Veröffentlichung nicht berücksichtigt werden, da sie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht bekannt sind. Werden Artikel aufgrund von Gesetzesänderungen angepasst, erweitert oder verbessert, erscheint der Artikel mit neuem Veröffentlichungsdatum, der dem Zeitpunkt der Veröffentlichung des angepassten, erweiterten oder verbesserten Artikels entspricht. Damit können wir die Aktualität unserer Artikel gewährleisten und bieten damit darüber hinaus jedem Nutzer transparente Einsicht in Bezug auf die Aktualität der Artikel.